Lassa Fieber

Hintergründe zum Krankheitsverlauf, Symptomen und Heilmöglichkeiten

Lassa, Ebola und Marburg sind die 3 Arten des sogenannten virusbedingten hämorrhagischen Fiebers. Es handelt sich um infektiöse, schwere Allgemeinerkrankungen mit den Leitsymptomen schnell einsetzendes, meist hohes Fieber und hämorrhagische Diathese, also eine vermehrte Blutungsneigung, die häufig auch zum Tod einer infizierten Person führen kann.

Die englische und internationale Bezeichnung lautet Lassa Fever. Die Übertragung erfolgt aus dem Tierreich direkt auf den Menschen durch eine Schmierinfektion. Eine weit verbreitete Rattenart, Mastomys natalensis, ist das Hauptvirenreservoir und erkrankt selbst nicht an Lassa Fieber. Ist ein Mensch erst mal infiziert, dann kann er die Erkrankung auch direkt durch Tröpfcheninfektion an andere Menschen übertragen. Infizierte Verstorbene gelten ebenfalls als infektiös und müssen daher mit speziellen antiseptischen Maßnahmen versorgt werden.

Was genau ist Lassa Fieber?

Beschrieben wurde das Lassa Fieber erstmalig im Jahre 1969, Namensgeber war die Stadt Lassa. Dort hatte eine Krankenschwester als erste bekannte infizierte Person gearbeitet. Das Lassa Fieber ist eine tropische Erkrankung, kommt also in Westeuropa typischerweise nicht vor. Gefunden werden kann das Lassa Virus auf einem westafrikanischen Territorium, welches sich von den Ländern Nigeria bis Senegal erstreckt.

Auf dem gesamten afrikanischen Kontinent gibt es verwandte Virenarten, die jedoch beim Menschen nicht zu einer Infektion führen. Hat sich eine Person mit dem Lassa Virus angesteckt, dann beträgt die Inkubationszeit mindestens 2 bis maximal 21 Tage. Als Inkubationszeit wird in der Medizin die Zeitspanne vom Eindringen eines Virus in den Organismus bis zum Auftreten von ersten Krankheitszeichen bezeichnet.

Wie ist der Krankheitsverlauf?

Der Krankheitsverlauf beim Lassa Fieber ist zunächst schleichend mit unspezifischen, grippeähnlichen Symptomen wie Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Übelkeit oder Schmerzen an Gliedern und Muskeln. Es stellt sich sodann ein sogenanntes Kontinuafieber, also Dauerfieber mit bis zu 40° Körpertemperatur ein.

Nach Krankheitsausbruch stellen sich bis zum siebten Tage entzündliche Erscheinungen im Rachenraum ein, später dann auch schmerzhafte Ulzerationen und weißliche Beläge. In diesem Krankheitsstadium sind die Patienten meist apathisch und stark allgemeinreduziert.

Die vergrößerten Lymphknoten am Hals sind stark schmerzhaft. Danach tritt etwa ab dem zehnten Tag ein fleckiger Hautausschlag auf mit typisch erhabenen Knötchen im ganzen Gesichtsbereich, fortschreitend hin zu Halspartie und zu den Armen und schließlich sich ausbreitend auf den gesamten Körper.

Gleichzeitig können starke kolikartige Abdominalschmerzen und durchfallartige Stuhlentleerungen auftreten. Aufgrund des schlechten Allgemeinzustandes kann es auch zu Erbrechen kommen. Bei weiterem, sehr schwerem Krankheitsverlauf kann es auch zu einer generalisierten Lymphknotenschwellung kommen. Aufgrund der Schwellungen der regionären Halslymphknoten ist die Nahrungsaufnahme deutlich erschwert, ebenfalls kann die normale Atmung beeinträchtigt sein.

Welche Symptome gibt es noch?

Im weiteren Verlauf kann es zu schweren, lebensbedrohlichen Komplikationen wie Nierenfunktionsstörungen und inneren Blutungen kommen. Beim Umgang mit Lassa Patienten ist darauf zu achten, dass sämtliche Körperausscheidungen und Körpersäfte als potentiell infektiös angesehen werden müssen. Eine Ansteckung ist auch nach dem Ableben eines Patienten immer noch möglich.

Eine kurze Entfieberung während des Krankheitsverlaufs, etwa am 7. Tag nach Auftreten der ersten Symptome, bedeutet keinesfalls eine Entwarnung oder gar eine Verbesserung des Zustandes. Vielmehr kommt es nach weiteren 3-5 Tagen in vielen Fällen zu einem erneuten, starken Fieberanstieg. Die Letalität, also die Sterblichkeitsrate, liegt beim Lassa Fieber zwischen 50 bis über 90 %. Die Prognose für infizierte Personen ist also immer sehr ernst und lebensbedrohlich. Die Diagnose des Lassa Fiebers stützt sich zum einen auf die schweren Allgemeinsymptome mit Blutungsneigung und Fieber, zum anderen aber auch auf laboratoriumsmedizinische Untersuchungen. In Tropeninstituten kann das Lassa Virus in Körperflüssigkeiten und im Blut unter dem Mikroskop direkt nachgewiesen werden.

Kann man Lassa Fieber heilen?

Als erweiterte Diagnostik zum Erregernachweis dienen darüber hinaus serologische Untersuchungen des Blutes oder von Körperflüssigkeiten. Eine kausale, also ursachenbezogene Therapie des Lassa Fiebers ist bis heute nicht bekannt. Da es also keine spezifische Behandlungsmöglichkeit gibt, kann nur symptomatisch therapiert werden. Eine günstige Beeinflussung des Krankheitsverlaufs kann gegebenenfalls durch den Wirkstoff Ribavirin erzielt werden. Fiebermittel, wie beispielsweise Acetylsalicylsäure, dürfen auf keinen Fall gegeben werden, da sich dadurch das Problem der Blutungsneigung noch verschlimmern würde.

Eine Prävention gegen eine Infektion mit dem Lassa Virus in Form einer Impfung ist bis heute leider nicht möglich. Deshalb muss in den Endemieregionen alles daran gesetzt werden, die hygienischen Zustände so zu verbessern, dass es nicht zu einer Ausbreitung der Infektion kommen kann. Vor allem der Kontakt zu Nagetieren in schlechten Behausungen muss unbedingt vermieden werden.

Wie oft ist Lassa Fieber bereits aufgetreten?

Bei der Anamnese und Differenzialdiagnose ist zum einen die Vorgeschichte eines Patienten richtungsweisend, zum anderen aber auch die Abgrenzung gegenüber anderen fieberhaften Erkrankungen wie beispielsweise Malaria, Typhus oder Influenza. In der Bundesrepublik Deutschland ist das Lassa Fieber nach dem Infektionsschutzgesetzes meldepflichtig.

In Deutschland sind bisher weniger als zehn importierte Fälle von mit Lassa Virus infizierten Personen bekannt geworden. Nicht jeder Mensch, der sich mit dem Lassa Virus ansteckt, muss auch zwangsläufig erkranken. Die meisten Infektionen mit dem Lassa Virus verlaufen also asymptomatisch. Ob eine infizierte Person entsprechende Krankheitszeichen und Symptome entwickelt, hängt zum einen von der Anzahl der Viren ab, zum anderen auch von der aktuellen Immunlage eines infizierten Individuums. Doch auch wenn ein Patient nicht erkrankt, kann er den Virus unbemerkt an andere Menschen übertragen.